Heinz Däpp

Nümm wie aube – es satirisches Autersturne.

Montag, 27. März, 20.00 Uhr

Donnerstag, 6. April, 20.00 Uhr

Sonntag, 23. April 2017, 17.00 Uhr

 

In seinem fünften abendfüllenden Programm versucht Heinz Däpp, den unerbittlichen Lauf der Zeit gelassen zu ertragen und sich damit zu trösten, dass die tödlich endende Raserei durch die Lebenszeit ja auch schon die Jungen erfasst hat.

 

Wenn Däpp zurückblickt, dann nicht im Zorn, vielmehr altersmilde lächelnd. «Es isch nümm wi aube», lässt er Fritz sagen und Frieda sogleich ergänzen: «Aber auben isch’s o nid gäng gsi, wi’s hätt söue.»

 

Die Nostalgie, wie es damals war, bleibt nicht unbeschadet, die Vision, wie es morgen wird, nicht unbekümmert. Die achtundsechziger Utopien sind verblasst, aber nicht verblichen. Satire ist beständig – ändern muss der Satiriker nur die Namen. Den heutigen Weltverbesserern rät Däpp, was ihm schon damals empfehlenswert schien: «Gschyder mau ganz lätz, aus gäng chli dernäbe.»

 

In Däpps satirischem Altersturnen begegnen wir alten Bekannten: dem autodidaktisch promovierten Philosophen Klaus Krümeler, dem beratungsresistenten Politberater Röbi Gröbeli, selbstverständlich den Kaderlis – Hans-Ueli, dem trübsalblasenden alt Grossrat, Rösi, der erfolggekrönten Gemeindepräsidentin. Auch neue Däppsche Figuren machen Furore: Leo Schnell mit seinem ferrarimotorisierten Rollator, Ruedi Rindlisbacher und Käthi Kalbermatten mit ihrer Selbsthilfegruppe für Veganer, der Herrliberger Milliardär, der allmonatlich einem Burnout nahe ist, wenn wieder die AHV-Rente kommt.

 

Heinz Däpp schöpft seinen satirischen Stoff aus Ärgernissen, die ihm Mächtige und Ohnmächtige zufügen, aber immer auch aus eigenem Unvermögen. Sein guter Rat ist berndeutsch und deutlich: «We me’s nimmt, wi’s chunnt, de chunnt’s, wi’s wott. Drum nähmet’s nid, wi’s chunnt, de cha’s o nid cho, wi’s wott.»

 

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Dr Lorenz Schnell het e Rollator mit Ferrari-Motor

 

Dr Lorenz Schnell het e Ferrari gha, u wen er auben am Gurnigu-Bärgrenne zdüruuf bblochet isch, het’s ne ddünkt, itz syg dr Himu uf d Ärden abegrütscht. Ds höchschte vo de Gfüeu, het er ddänkt, syg dr Gschwindigkeitsruusch. Schnäuer aus dr Schnell isch kene gsi.

 

Aber dr Louf vor Zyt isch unerbittlech. Dä Ferrari isch zu menen Oldtimer worden u dr Schnell dermit. U wo de wider das Formular vom Strasseverchehrsamt cho isch un er zum Dokter het müesse, het sech dä gweigeret, em Schnell d Fahrtüechtigkeit wyter z beschynige. D Ouge, d Ohren u ds Glychgwicht, het er gseit – gfährlech. Dr Schnell het dr Husarzt gwächslet, aber o dr nöi het nid wöue. Ds Billett isch wägg, dr Ferrari vergammlet ir Garage.

 

Aber dr Schnell git nid uuf. Är chouft e Rollator, bout dr Ferrari-Motor i dä Rollator y u frisiert ne so, dass er i dreine Sekunde vo nou uf hundert oben isch. Scho uf dr Probefahrt chunnt’s de zu mene chlyne Zwüschefau. Är nimmt di Rächtskurve churz vor Hingerwaudwyu chli z gääi, graatet vor Strass ab u landet vor dr Hustüür vo mene Burehuus, wo Hüentschi am Chörnlipicke sy. Dr Güggu mues dra gloube. Aber dr Schnell isch mit sym Rollator schnäuer aus d Büüri, won ihm mit dr Mischtgable nacherennt.

 

Ir Allee bi Fyschterloch chunnt’s de zu mene wytere chlyne Zwüschefau. Dr Schnell fahrt zwüsche de Böim düre Slalom. Da wott’s dr Zuefau, dass ihm e Möisebussard um e Gring flatteret un ihm d Sicht uf e nächscht Boum verdeckt. Es chlepft, u di Papplen isch knickt. Zum Glück het’s niemer gseh – är bruuset uuf u dervo.

 

Gschäch nüüt Bösers, dänkt dr Schnell u donneret itz uf dr Outobahn mit hundertsächzg heizue. Plötzlech gseht er rächts am Strasserand es Radargrät u drühundert Meter voruus e Tschuppele Polizischte, wo jedes zwöiten Outo stoppe. Itz nume ruehig Bluet, dänkt dr Schnell, laat d Flügu use, drückt ds Gaspedau ganz düre, schrysst dr Stüürchnüppu hingere bis a Aaschlag u leitet e rabiate Stygflug y. No bevor er di Polizischte sänkrächt unger sech hätt chönne gseh, isch er i de Wouke verschwunde.

 

Am Byspiu vom Lorenz Schnell gseh mer wider emau, dass dr Spruch vom Auter, wo vor Torheit nid schützi, dass dä dumm Spruch eifach nid stimmt.

 

Choschtprob usem Buech «Es isch nümm wi aube», Weber Verlag, Gwatt.